Samstag, 30. September 2017

Ulrike Klumpp, Gabriele Wicht-Lückge: Wälder in Baden-Württemberg

Ulrike Klumpp
 Gabriele Wicht-Lückge: 
Wälder in Baden-Württemberg



»Wenn man in den Wald eintritt, so ist es, als trete man in das Innere einer Seele«, wusste schon der französische Dichter Paul Claudel. Aber wie sieht diese Seele, wie sieht der Wald heute in Baden-Württemberg aus?

Der Deutsche ist ein Waldmensch. Ist bekannt. „Der deutsche Wald“ ein stehendes Wort. „Deutsche Eiche“, darunter kann man sich was vorstellen. Seit den alten Germanen wahrscheinlich haben die Deutschen eine besondere Affinität zum Wald. Im Gegensatz zu den seinerzeitigen Römern, denen die dunklen Wälder Germaniens suspekt waren. Aus gutem Grund, wie sie erleben mussten.

Aber das ist eine andere Geschichte. Aber als Einführung zu einem Buch über „Wälder in Baden-Württemberg“ sicher nicht die schlechteste.

Die Baiersbronner Fotografin Ulrike Klumpp hat sich aus ihrem Heimatort mitten in den dichten Wäldern des Nordschwarzwaldes auf den Weg gemacht, um die sieben Wuchsgebiete Baden-Württembergs in den Fokus zu nehmen. Begleitet von Gabriele Wicht-Lückge, Waldbauchefin des Landesbetriebs Forst Baden-Württemberg (ForstBW), ging es vom Schwarzwald über das Oberrheinische Tiefland in den Odenwald, das Neckarland, zur Baar-Wutach, auf die Schwäbische Alb und bis in das Südwestdeutsche Alpenvorland.

Bei ihren Reisen trafen sie auf ganz unterschiedliche Waldtypen mit Charme und Charakter. Ulrike Klumpp hat diese in über hundert einzigartigen Fotografien porträtiert. Die Bilder zeigen, wie schön der Wald im Ländle ist – bewirtschaftet im Einklang mit der Natur. Leider nicht immer, aber immer öfter. Irgendwann einmal wird es wohl überall so sein. Was aber jeder, der dies liest, vermutlich nicht mehr erleben wird.

In ihren begleitenden Texten gibt Autorin Gabriele Wicht-Lückge einen Einblick in die Wesensmerkmale der Waldtypen und charakterisiert sie für die jeweilige Region. Sie beschreibt, wie Klimawandel und gesellschaftliche Ansprüche die Forstleute herausfordern. Viel Wissenswertes, auch für den Laien Unbekanntes, ist da in kleinen, wohldosierten Absätzen zu lesen. Zitate zum Wald berühmter Persönlichkeiten runden das großformatige Buch, das vom Landesbetrieb ForstBW herausgegeben wird, ab. Man staunt, wem alles der Wald einen Satz oder mehr wert war …

Zu Fotografin und Autorin:
Ulrike Klumpp, geboren 1966, lebt und arbeitet als freie Fotografin in Baiersbronn. Nach einer Fotografenlehre arbeitete sie in unterschiedlichen Genres der Fotografie, bis sie sich 1995 selbständig machte. Seither fotografiert sie in den Bereichen Werbung und Dokumentation. Der Wald in seiner Vielfalt spielt immer wieder eine wichtige Rolle in ihren Bildern.
Gabriele Wicht-Lückge, 1962 geboren, ist im Rheinland aufgewachsen und seit 1981 in Baden-Württemberg zu Hause. Sie studierte Forstwissenschaften an der Universität Freiburg. Seit über 30 Jahren arbeitet sie für den Landesbetrieb Forst Baden- Württemberg. Ihr Schwerpunkt ist die naturnahe Waldwirtschaft und der Transfer waldbaulicher Konzepte in die Praxis.

Ulrike Klumpp, Gabriele Wicht-Lückge: Wälder in Baden-Württemberg. 192 Seiten,93 Farbfotos, Format 23,5 x 29,5 cm, gebunden. Silberburg-Verlag, Tübingen und Karlsruhe. ISBN 978-3-8425-2038-7. 34,90 €.
Sie erhalten das Buch im Buchhandel oder hier.

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Dienstag, 12. September 2017

Claus-Joachim Kind / Nicholas J. Conard: Als der Mensch die Kunst erfand. Eiszeithöhlen der Schwäbischen Alb

Claus-Joachim Kind /
 Nicholas J. Conard: 
Als der Mensch die Kunst erfand
 Eiszeithöhlen der Schwäbischen Alb



UNESCO-Weltkulturerbe. Das ist doch was. Die Eiszeithöhlen auf der Schwäbischen Alb haben die Auszeichnung, um die lange gekämpft worden ist, verdient.

Nicholas Conard und Claus-Joachim Kind, beide Archäologen und Grabungsleiter, entführen den Leser in die eiszeitliche Welt, zeigen und erklären die großartigen Funde.

Aus dem Wissen von eher wenigen, von Einheimischen und von Fachleuten, ist nun ein Wissen vieler geworden. Und das wird sich sicher noch steigern. Denn wo sonst wurde so etwas gefunden, wo gibt es so etwas zu sehen?

Vor mehr als 40.000 Jahren breitete sich der moderne Mensch nach Europa aus. Funde, die sich dem Homo sapiens zuordnen lassen, machte man auch auf der Schwäbischen Alb, vor allem in Höhlen in Ach- und Lonetal, die Weltkulturerbe werden sollen. Hier hat man die weltweit ältesten Nachweise mobiler Kunst entdeckt. Berühmt sind die Venus vom Hohle Fels als älteste Darstellung eines Menschen (einer Frau!) und der Löwenmensch aus der Stadel-Höhle, ein Mischwesen aus Mensch und Löwe.

Kunstvolle kleine Plastiken aus Mammutelfenbein bilden die eiszeitliche Tierwelt ab - Mammut, Wisent, Pferd, Höhlenlöwe und Höhlenbär, einen Wasservogel im Flug. Gefunden hat man außerdem die bislang weltweit ältesten Musikinstrumente: Flöten aus Mammutelfenbein und Vogelknochen. Was erzählen uns die Funde über die Menschen und ihre Lebensweise?

Beginn: Fast bei Adam und Eva …
Das Buch holt aber noch weiter aus: Es beginnt mit den Eiszeiten überhaupt: Wie entsteht eine Eiszeit, erklärt die Würmeiszeit, die Kalt- und Warmzeiten und die Tiere und Pflanzen jener Perioden.

Danach folgt aber schon der Mensch der Eiszeit. Von „Out of Africa“ über den Neandertaler zu den Jägern und Sammlern und ihren heutigen Entsprechungen. Der Text führt weiter zur Steinzeit, die mitsamt ihrem Material, dem Stein also, beschrieben wird. Dazu gehört auch eine Beschreibung der Menschen in der Altsteinzeit. Ein Exkurs beschäftigt sich mit den altsteinzeitlichen Jägern.

… aber in Höhlen
Nun sind die Autoren bei den Höhlen der Schwäbischen Alb angekommen. Dieses Kapitel führt ein in die Entstehung der Höhlen, die Anfänge der Höhlenarchäologie, die Entwicklung der Grabungstechniken und in ein wieder ästhetischeres Kapitel: Höhlen mit Eiszeitkunst.

Damit wäre rund ein Drittel des Buches beschrieben. Die folgenden zwei Drittel sind den weltweit einzigartigen Höhlenfunden gewidmet. Ebenso der Fundgeschichte. Wozu leider auch die Geschichte der Raubgrabungen gehört. Vogelherd, Hohlenstein, Stadel, Hohle Fels, Geißenklösterle sind die Höhlennamen, Vogelherdpferd, Flöte, Löwenmensch, Venus die bekannten Exponate.

Abschließend geht es um das UNESCO-Welterbe und was dazu gehört. Ein mehrseitiges Glossar nimmt Rücksicht darauf, dass das Gros der Leser wohl keine Fachleute sein werden. Für Interessenten wird sogar noch beschrieben, wo, wann und wie man die Höhlen besichtigen kann.

Soweit zum Inhalt. Es soll aber nicht verschwiegen werden, dass das Buch auch optisch und haptisch ein Genuss ist. Wer genug gelesen hat, der schwelgt in der Bilderwelt. Menschen, Landschaften, Kunstwerke sind abgebildet, als Fotografien- auch historische - oder als Zeichnungen. Wer die Kunstwerke zum Beispiel nur aus Abbildungen in Zeitungen kennt, erlebt hier ihre ganze Schönheit im Großformat.

Über die Autoren:
Prof. Dr. Claus-Joachim Kind ist Referent für Steinzeitarchäologie beim Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg. Von 2008 bis 2013 leitete er mehrere Grabungskampagnen im Hohlenstein-Stadel im Lonetal. Bei diesen Ausgrabungen wurden weitere Teile des Löwenmenschen geborgen, die bei umfangreichen Restaurierungsarbeiten an die Figur angesetzt werden konnten. Seit 2014 folgten weitere Sondierungen im Lonetal.
Prof. Dr. Nicholas J. Conard ist Leiter der Abteilung Ältere Urgeschichte und Quartärökologie an der Universität Tübingen, außerdem wissenschaftlicher Direktor des Urgeschichtlichen Museums Blaubeuren. Er beschäftigt sich mit der frühen Menschheitsentwicklung im eurasischen und afrikanischen Raum sowie den Anfängen von Ackerbau und Viehzucht.
Die Autoren haben zahlreiche Grabungskampagnen in den Eiszeithöhlen der Alb geleitet und zentrale Funde zutage gefördert.

Nicholas J. Conard / Claus-Joachim Kind: Als der Mensch die Kunst erfand. Eiszeithöhlen der Schwäbischen Alb. Mit Vorworten von Winfried Kretschmann, Bernd Engler und Claus Wolf. 192 Seiten mit 110 farbigen Abbildungen und 5 Karten. Gebunden mit Schutzumschlag. Theiss Verlag – WBG, 2017. ISBN 978-3-8062-3563-0. 39,95 €.
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Mittwoch, 6. September 2017

Bars in Baden-Württemberg

Wo Baden-Württemberg anstößt 
Bars und ihre kreativen Köpfe in Deutschlands Süden



Heidelberg_Destille_Dieter und Uschi Stendel_(c)Destille/
Tourismus Marketing GmbH Baden-Württemberg (TMBW)

Einen exzellenten kulinarischen Ruf hat Baden-Württemberg längst über die Landesgrenzen hinaus. Doch auch wenn es ums Mixen, Schütteln und Rühren geht, um angesagte Weine oder stylisches Ambiente, hat Deutschlands Süden die Nase im Wind – beziehungsweise im Glas. Wir stellen neun Bars in Baden-Württemberg vor, die den Metropolen der Welt in Sachen Barkultur lässig die Stirn bieten.

Bar und Limonadenmanufaktur: Rosebottel in Ulm
Seit 2012 gibt es die Rosebottel Bar, und schon mehrfach wurde sie vom Mixology Bar Guide unter die 50 besten Bars im deutschsprachigen Raum gewählt. Sie ist komplett mit Antiquitäten eingerichtet, was ihr ein stilvolles Ambiente verleiht. Die Karte ist nicht nur umfangreich – vor allem die Gin-Auswahl beeindruckt – sondern durch die selbst gemachten Limonaden aus natürlichen Zutaten auch wirklich einzigartig. Hariolf Sproll stellt seine fruchtig-würzigen Limonaden und Essenzen für alle Mixgetränke in seiner Barküche zweimal pro Woche frisch her.

Black Forest statt Skyline: Roomers Bar in Baden-Baden
Enrico Albrecht hat das preisgekrönte Roomers Bar-Konzept als Rooftop-Bar in die Kurstadt Baden-Baden geholt. Und ganz offensichtlich funktionieren Glamour, Burleske und Entschleunigung nicht nur vor der Frankfurter Skyline, sondern auch bei wunderschönem Ausblick in den Schwarzwald. Auf täglich wechselnde Drinks können sich Hotelgäste im Roomers genauso freuen wie lokale Besucher. Und das Beste: Von der durchgestylten Bar zum eleganten Außenpool sind es nur wenige Meter.

Ein Hauch von New York in Freiburg: Bar Elizabeth
Das Elizabeth ist noch ein Geheimtipp in Freiburg: Im 2016 eröffneten Concept-Store „Lust auf Gut“ hat Michael Matzkeit sein „Café – Bar – Deli“ eröffnet. Hier trifft Loft-Stil auf Schwarzwaldkult. Tagsüber betritt man das Elizabeth über den Ladeneingang in der Gerberau. Wenn der Store geschlossen ist, erreicht man die Bar über die Grünwälderstraße. Alle Drinks werden klassisch und mit Liebe hergestellt. Dekoriert wird mit selbstgetrockneten Früchten, Blumen und manchmal sogar Popcorn.

Bar mit Bart: Sieferle & Sailer in Mannheim
Eine Bar im amerikanischen Stil, Drinks und Cocktails auf hohem Niveau, ein entspanntes, kreatives Ambiente und – ein Barbier: Sieferle & Sailer haben ein einzigartiges Konzept entwickelt. Hier trifft Bar auf Barber. Und beide haben es in sich. Barbier Marco Sailer ist Gewinner des German Barber Awards und Paul Sieferle schaffte es mit seinem Angebot unter die Top 5 der besten deutschen Barkarten. Unzählige Reisen in andere Städte und Bars lieferten ihm die Inspiration für einzigartige Mixturen. Der Razorfade beispielsweise besteht aus Whiskey, Absinth und grünem Walnusslikör. Cheers!

Kunst & Kneipe in Heidelberg: Destille
Die Destille im Herzen der Heidelberger Altstadt ist nicht nur ein Ort für gute Getränke. Hier wird auch Kunst gemacht und ausgestellt; hier sitzt man um einen Akazienbaum mitten in der Bar herum; und hier schließt man Freundschaften oder gründet auch mal ein Unternehmen. Von Hans-Dieter Stendel stammt das Destille-Konzept „Kunst & Kneipe“ aus dem Jahr 1970, das bis heute jung geblieben ist und ein bunt gemischtes Publikum von achtzehn bis achtzig magisch anzieht.

Von früh bis richtig spät: OZON in Pforzheim
Efran Ermann ist praktisch in der Café-Bar OZON in Pforzheim großgeworden. Anfang 2017 hat er die Bar von seinem Vater Semi übernommen. Seit der Gründung vor 22 Jahren ist das OZON die Adresse für die elektronische Musikszene der Stadt. Jedenfalls am Wochenende. Denn das OZON lässt sich nicht in eine Schublade stecken. Am Vormittag gibt es Frühstück, tagsüber ist die Atmosphäre familiär und am Abend verwandelt es sich in eine chillige Lounge, während freitag- und samstagabends das Clubleben pulsiert. Und an Weihnachten? Treffen sich die Fortgezogenen, um miteinander zu feiern.

200 Whiskys und jede Menge Musik: das BIX in Stuttgart
Das BIX ist Loungebar und Jazzclub in einem und wartet mit einer beeindruckenden Getränkekarte auf: 200 verschiedene Whiskys, 70 Rum- und 40 Gin-Sorten sind hier jederzeit zu haben. Dazu innovative Cocktails und Longdrinks. Inhaber Jens Oelkrug lässt sich viel einfallen: Neben einem herausragenden und bereits mehrfach ausgezeichneten Livemusik-Programm organisiert er moderierte Tastings, aber auch Events wie zum Beispiel die Pfeifenabende. Was das BIX ausmacht, sind außerdem die hauseigenen Interpretationen von Getränkeklassikern. So besteht das gute alte Herrengedeck beispielsweise aus Whisky und Craft Beer.

Ein Urgestein von einem Wirt: Lothar Hesser in Heilbronn
Auch überregionale Prominenz hat hier schon Schnitzel gegessen: Die Kernerhöhe, von allen nur Hessersbeck genannt, ist eine Institution in Heilbronn. Die Kneipe ist so retro, dass sie wieder ungeheuer in ist. Vor allem das Urgestein von einem Wirt macht den unvergleichlichen Charme vom Hessersbeck aus: Lothar Hesser empfängt seine Gäste in einem Lokal, das schon sein Großvater betrieben hat und das sein Wohnzimmer sein könnte. „Du darfsch ausm Ackergaul koi Rennpferd mache“, lautet seine Devise. So ist er nah am Gast, manchmal auch streng – es gibt klar formulierte Kneipenregeln –, aber immer sehr, sehr herzlich. Und das kommt an.

Hochprozentig gepflegt: Nick & Nora in Karlsruhe
Nick & Nora, die beiden Hauptfiguren aus dem Roman „Der dünne Mann“, geben Sven Brunners Spirituosen-Geschäft in Karlsruhe seinen Namen. In Dashiell Hammetts Kultkrimi bestechen die beiden nicht nur mit großer Gastfreundschaft, sondern auch mit einer gepflegten Trinkkultur. Bei Nick & Nora in Karlsruhe wird diese zum Leben erweckt. Hier kann man seit 2014 alles an Spirituosen und Cocktailzubehör bekommen, was es für die stilvolle eigene Hausbar braucht. Zur Bar wird Sven Brunners Laden einmal im Monat: Dann werden zu einem ausgewählten Thema Drinks vor Ort gemixt und selbstverständlich auch verkostet. Kurse und Gin-Tastings runden das Angebot für Freunde des gepflegten Trinkens ab.

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Samstag, 2. September 2017

Alblust: neu Herbst 2017

Alblust - Ausgabe Herbst 2017



Die soeben erschienene Herbstausgabe von Alblust führt zu Schauplätzen der Geschichte. Sie führen von den Flötenklängen der Eiszeit bis zur Araberherde in Marbach, deren Zucht vor 200 Jahren der König begründet hat. Auch die Familie Stauffenberg, Bergbautradition, Burgen und das zerstörte Gruorn auf dem Truppenübungsplatz fanden Platz in dem wie immer reich illustrierten Heft.

Schon die ersten Älbler hatten offenbar Ahnung von Tuten und Blasen: In ihren Höhlen sind Archäologen auf Bruchstücke von 40.000 Jahre alten Flöten gestoßen. Heute erweckt Gabriele Dalferth am Archäopark in Niederstotzingen das musikalische Erbe der Steinzeit wieder: Sie baut Flöten aus Vogelknochen und wenn sie in der Vogelherdhöhle spielt, zieht sie mit zarten Tönen ihre Zuhörer in den Bann. Die Höhle ist eine der sechs Fundstätten der Eiszeitkunst, die im vergangenen Sommer von der Unesco in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurden.

Vergangenheit lässt sich auf ganz sinnliche Weise erfahren. Das zeigt die jüngste Ausgabe von Alblust, die verschiedene Schauplätze der Geschichte vorstellt. Und davon gibt es viele auf der Schwäbischen Alb – von der Steinzeit bis in die jüngere Vergangenheit. Dass heute im Haupt- und Landgestüt Marbach die berühmte silberne Herde über die Weiden galoppiert und ihre Betrachter fasziniert, ist König Wilhelm I. zu verdanken: Vor 200 Jahren hat er die Araberzucht begründet und es grenzt an ein Wunder, dass sie die Wirren der Geschichte überstanden hat. Übrigens: Auch heute noch soll sie ihre Gegner haben. Das Wort Rechnungshof möchte ich in diesem Zusammenhang ausdrücklich nicht in den Mund nehmen. Aber schreiben.

Auf der Alb in Lautlingen lag auch der Stammsitz der Familie Stauffenberg: 1943 weilte Claus Schenk Graf von Stauffenberg noch einmal für längere Zeit im Schloss Lautlingen, um eine Kriegsverletzung auszukurieren. Heute erinnert dort eine Gedenkstätte an den Hitler-Attentäter.

Mehr über die Geschichte der Industrialisierung und des Bergbaus erfährt man in Wasseralfingen: Eine Grubenbahn bringt Besucher mit Karacho ins Bergwerk „Tiefer Stollen“, wo sogar eine Sprengung für sie inszeniert wird.

Das Magazin bietet aber auch noch andere Themen: So gibt es in Ulm eine Familie, die nach alten Rezepten des Großvaters ihren Fisch aus heimischer Quellwasserzucht und aus Schottland räuchert. Was dabei herauskommt, wissen Gourmets und Feinkosthändler zu schätzen.

Eine geheimnisvolle Wanderung in die Vergangenheit stellt Wolfgang Albers vor, wie immer ein Wandertipp der besonderen Art. Auf der Teck ist eine Gästeführerin unterwegs, die Teufelsmauer, ein Wall auf der Ostalb bei Heubach, der Limes und Wirtshäuser mit Geschichte sind die weiteren Themen des 144 Seiten dicken Heftes. Großformatig - wäre Alblust ein Buch hätte es eine gewaltige Dicke.

Dass sich heute unter dem Dach des Schwäbischen Albvereins auch Ungewöhnliches findet, zeigt sich auf der Eninger Weide: Auf einem Parcours wird dort Discgolf gespielt, eine Mischung aus Frisbee und Golf. Mehr über die Schnupperkurse und die Deutsche Discgolf-Meisterschaft, die vom 29. September bis zum 3. Oktober 2017 ausgetragen wird, ist in der Herbstausgabe von Alblust zu lesen.

Alblust. Ausgabe Herbst 2017. (144 Seiten, reich illustriert. Format: DIN A4. Erhältlich im Zeitschriftenhandel in Baden-Württemberg und bundesweit im Bahnhofsbuchhandel. GEA Publishing und Media Services GmbH & Co. KG. 4,50 Euro

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