Freitag, 30. September 2016

Elisabeth Zumkehr: Vegetarisch unterwegs im Markgräflerland

Elisabeth Zumkehr:
Vegetarisch unterwegs im Markgräflerland 
Eine kulinarische Entdeckungsreise durch Küche, Landschaft und gelebte Traditionen meiner Heimat



Sanfte Hügel, uralte Burgen und erlesene Weine – das sind die Wahrzeichen des Markgräflerlandes. Mit der Nähe zu Freiburg, wohl eine der „grünsten“ Städte Deutschlands ist Gesundheitsbewusstsein, ökologisches und gesamtheitliches Denken und unkonventionelles Handeln praktisch vorprogrammiert.

Dies gilt in vielen Lebensbereichen, aber sicher nicht zuletzt auch in der Küche. Die Traditionen dieses Landstriches im äußersten Südwesten Deutschlands sind nicht nur Jahrhunderte alt, sondern auch – geprägt durch die Nachbarländer Schweiz und Frankreich – besonders vielseitig. Die Menschen hier feiern gerne, und jedes Fest hat seine eigenen Bräuche sowie Gerichte, die an diesem Tag nicht fehlen dürfen. So vergeht keine Fastnacht ohne Fasnachtsküchli, Erntedank nicht ohne Nudelsuppe mit Gemüse und kein Besuch auf dem Kunsthandwerkermarkt ohne Zwiebelwaie. Eigene Rezepte mit heimischem Obst und Gemüse machen dabei den Großteil des Buches aus, aber auch alte Familienrezepte und typische Markgräfler Spezialitäten wie Gutedelsuppe, Dampfnudeln mit Weinsoße und Hüsinger Kuchen.

Elisabeth Zumkehr, Köchin des Narayana-Verlags, ist im Markgräflerland geboren und aufgewachsen. Sie verwöhnt das Verlagsteam jeden Tag mit vegetarischen Köstlichkeiten aus der Region und hat ihre besten Rezepte nun in diesem Buch versammelt. Thematisch sortiert führt die Autorin einmal quer durch die kulinarischen und gelebten Traditionen ihrer Heimat. 



Auberginen-Canelloni und Met-Birnen
Genießen Sie mit Mariniertem Fenchel oder Auberginen-Canelloni wie die Römer, die einst den Landstrich prägten, tafeln Sie mit Gemüsefeuertopf und Met-Birnen wie die alten Ritter auf den Burgen oder genießen Sie mit Spargelauflauf und Bärlauchsuppe die saisonalen Köstlichkeiten der Rheinebene.

Vegetarisch unterwegs im Markgräflerland ist dabei mehr als nur ein Kochbuch. Die Autorin führt zu den beliebtesten Ausflugszielen, stellt besondere Einkehrmöglichkeiten vor und verrät, welche Feste sich zu besuchen lohnen. Darüber hinaus gibt Elisabeth Zumkehr Einblicke in die Markgräfler Seele.

Verschiedene Geschichtchen und Zusatzinfos machen aus dem Buch fast ein Lesebuch. Zusammen mit den stimmungsvollen Bildern ist es ein Gesamtkunstwerk an sich, und zwar eines, bei dem auch dem Nichtvegetarier das Wasser im Mund zusammenläuft. Was natürlich auch nicht fehlen darf, das ist eine Einführung in den Markgräfler Wein, mit passenden Rezepten natürlich, auch solche von Gaststätten am Wiiwegli. 

Rustikal essen, mediterran essen, Bauernessen, süß essen mit Kuchen und Nachtisch, Brotbacken und vieles mehr sind die Themen dieses hervorragend gemachten Buches. Und jetzt gehe ich in die Küche …

Zur Autorin:
Elisabeth Zumkehr große Leidenschaft ist das Kochen und Backen. Besonders gerne probiert sie neue, kreative Gerichte aus, doch auch die typischen Gerichte aus ihrer Heimat – dem Markgräflerland - dürfen auf ihrem Speiseplan nicht fehlen. Sie legt dabei sehr viel Wert auf eine gesunde Ernährung mit frischen Zutaten. Neben dem Kochen und Backen liebt sie es das Markgräflerland über die vielen Wanderwege zu erkunden. Nach einer Lehre zur Fleischfachverkäuferin hat sie schon früh eine Familie gegründet und ist Mutter zweier nun erwachsener Töchter. Lange Zeit war sie im kreativen Bereich mit dem Fertigen von Teddybären tätig. Mittlerweile 49 Jahre alt und zur Vegetarierin geworden, kocht sie nun schon seit vielen Jahren in der Narayana-/Unimedica-Küche.

Elisabeth Zumkehr: Vegetarisch unterwegs im Markgräflerland. Eine kulinarische Entdeckungsreise durch Küche, Landschaft und gelebte Traditionen meiner Heimat. 336 Seiten, zahlreiche Farbfotos, gebunden, mit Lesebändchen. Unimedica, 2016. ISBN: 978-3-946566-04-5. € 24,80.
E-Book: € 21,99.
Sie erhalten das Buch oder E-Book im Buchhandel oder hier.

Alle Fotos/Abbildungen: © Elisabeth Zumkehr / Narayana Verlag



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Artikel über Reisen und was schön daran ist, Artikel über die Welt der Alpen, Artikel über Baden-Württemberg, Besprechungen von Reise- und Wanderliteratur, Artikel über Stuttgart, Artikel und vor allem schwarzweiß-Fotos von und über Stuttgart für Minimalisten unter den Freunden der Fotografie; außerdem wird auf den englischsprachigen Blog für Leben und Erleben in Stuttgart und der weiten Welt hingewiesen.

Montag, 12. September 2016

Hermann Bausinger: Eine Schwäbische Literaturgeschichte

Hermann Bausinger:
Eine Schwäbische Literaturgeschichte



Wo Bausinger draufsteht ist Qualität drin, liegt einem auf der Zunge, wenn man das neue, pünktlich zum 90. Geburtstag von Hermann Bausinger erscheinende Werk in den Händen hat. Schwergewichtig mit fast 440 Seiten, fein gearbeitet mit Schutzumschlag und Lesebändchen - so stellt man sich ein Geburtstagsgeschenk seines Verlages vor …

Bausinger also, der Volkskundeprofessor mit den vielseitigen Interessen, mit dem anscheinend unerschöpflichen Wissen um die Welt der schwaben, hat sich dem ganze Stolz dieses Volksstamms gewidmet, seinen Dichtern. Man weiß ja „Der Schiller und der Hegel …“

Ein guter Überblick über die schwäbische Literatur, mit Esprit, glänzend erzählt.
Schwäbische Literatur? Natürlich ist in dieser Literaturgeschichte auch der Dialektliteratur ein Kapitel gewidmet, aber die Literatur der Schwaben soll in ihrer ganzen Vielfalt vorgestellt werden. Das letzte Beispiel für einen solch anspruchsvollen Versuch liegt mehr als ein Jahrhundert zurück. Bausinger hat die Sache in Angriff genommen und ein Werk geschaffen, das sicher für ein weiteres Jahrhundert grundlegend sein wird.

Seit den letzten hundert Jahren ist die Bücherwelt größer und bunter geworden, und es haben sich neue Maßstäbe für das Alte herausgebildet. Auch die Rahmenbedingungen haben sich verändert. Es ist nicht mehr möglich, allen Verästelungen und Umwegen philologischer Textanalysen zu folgen, und wo Wikipedia im Angebot ist, können die biografischen
Steckbriefe gekürzt werden.

Hermann Bausinger bietet in seiner Literaturgeschichte einen gestrafften Überblick über die wichtigsten Entwicklungsphasen: Entfaltung schwäbischen Selbstbewusstseins in der Poesie des 18. Jahrhunderts, Festigung schwäbischer Identität im 19. und nur schwer überschaubare Diversifikation im letzten Jahrhundert. Besonders spannende und oft auch vergnügliche Aspekte der schwäbischen Literaturgeschichte behandelt er in einer größeren Zahl von Essays. Dabei rücken nicht nur einzelne Werke der Autorinnen und Autoren in den Mittelpunkt; es geht vielmehr insgesamt um das literarische Leben, zu dem ja auch Freundschaften und Konkurrenz, Kritik und Propaganda, Marktstrategien und politische Impulse gehören.

Sechs Seiten Autorenliste
Es ist fast etwas zuviel, die behandelten Autoren aufzuzählen, denn das Land hat ja unzählige hervorgebracht, die Bausinger mit unheimlichem Fleiß zusammengetragen und besprochen hat - er hat sie ja alles gelesen, man mag gar nicht daran denken, wie viele „Mannjahre“, um in der Wirtschaftssprache zu reden, dabei vergangen sind. Wieland, Schubart, Hölderlin, Uhland, Mörike sind nur die bekanntesten der älteren Schriftsteller, die Auflistung aller Autoren nimmt geschlagene 6 engbedruckte Seiten in Anspruch. Aber Bausingerbehandelt natürlich die Autoren bis zur Gegenwart.

Zum Autor:
Hermann Bausinger, 1926 in Aalen geboren, emeritierter Professor der Universität Tübingen, war viele Jahre Leiter des Ludwig-Uhland-Instituts für Empirische Kulturwissenschaft.
Zahlreiche Publikationen, bei Klöpfer & Meyer erschienen zuletzt etwa »Leibsorger und Seelsorger. Essays über Hebel, Hauff, Mörike, Vischer, Auerbach und Hansjakob« (2. Auflage 2011), »Der herbe Charme des Landes. Gedanken über Baden-Württemberg« (4. Auflage 2011).

Mitherausgeber der »Albgeschichten« (2. Auflage 2008) und der inzwischen abgeschlossenen 25bändigen »Kleinen Landesbibliothek« bei Klöpfer & Meyer.
© Foto: Karl-Heinz Kuball

17. September 2016: Das Geschenk von Autor und Verlag für alle Interessierten:
90. Geburtstag und Buchpremiere von Hermann Bausinger
Für die Kulturwissenschaft steht kaum ein anderer Name so sehr wie der von Professor Dr. Hermann Bausinger. Am 17. September feiert der Altmeister der Alltagskultur und Landeskunde seinen 90. Geburtstag in der Reutlinger Stadtbibliothek und stellt sein jüngstes Werk vor: „Eine Schwäbische Literaturgeschichte“. (weiter unter mehr Informationen)
Hermann Bausinger wurde 1926 in Aalen geboren. Er studierte Germanistik, Anglistik, Geschichte sowie Volkskunde und promovierte 1952 über „Lebendiges Erzählen“. Mit seiner Habilitationsschrift „Volkskultur in der technischen Welt“ plädierte er 1959 für eine sozialwissenschaftliche Sicht auf Kultur und Lebensweise der „kleinen Leute“ in der modernen Industriegesellschaft. Hermann Bausinger wurde 1960 zum Direktor des Ludwig-Uhland-Instituts auf dem Tübinger Schlossberg, ersetzte dort die NS-kontaminierte Volkskunde mit der Empirischen Kulturwissenschaft und vollzog damit einen Paradigmen- und Perspektivwechsel: von der Tracht zur Mode, von der Hausforschung zum Wohnumfeld, von Märchen zu Massenmedien. Hermann Bausinger, der seit langem in Reutlingen lebt, wurde zum Synonym für verständige, verständliche und obendrein auch noch fröhliche Wissenschaft.
Als glänzender Redner wusste er für schwierige Sachverhalte zu begeistern und  beeinflusste als charmanter und umgänglicher Mentor Generationen von Studierenden. Seine Lust an der Analyse von Phänomenen der Alltagskultur in aktueller und historischer Perspektive wie auch dem Ausleuchten von Widersprüchen und Schwierigkeiten findet sich in einem umfangreichen publizistischen Werk wieder.
Hermann Bausinger veröffentliche bei Klöpfer & Meyer etwa »Leibsorger und Seelsorger. Essays über Hebel, Hauff, Mörike, Vischer, Auerbach und Hansjakob« (2. Auflage 2011), »Der herbe Charme des Landes. Gedanken über Baden-Württemberg« (4. Auflage 2011). Er ist Mitherausgeber der »Albgeschichten« (2. Auflage 2008) und der inzwischen abgeschlossenen 25-bändigen »Kleinen Landesbibliothek«. Literarische Kraft bewies er mit seinen Kurzgeschichten „ Wie ich Günther Jauch schaffte“.
Jetzt, druckfrisch zum 90. Geburtstag, stellt er in seinem 440-seitigen Werk „Eine Schwäbische Literaturgeschichte“ in ihrer ganzen Vielfalt vor. Ein gestraffter Überblick behandelt die Entfaltung des schwäbischen Selbstbewusstseins in der Poesie des 18. Jahrhunderts, die Festigung schwäbischer Identität im 19. und die nur schwer überschaubare Diversifikation im letzten Jahrhundert.
Den 90. Geburtstag und die Buchpremiere von „Eine Schwäbische Literaturgeschichte“ feiert Hermann Bausinger am Samstag, 17. September, um 17 Uhr in der Stadtbibliothek Reutlingen (Spendhausstraße 2). Im Gespräch mit SWR-Moderator Thomas Hagenauer geht es besonders um die vergnüglichen Aspekte der schwäbischen Literaturgeschichte und das literarische Leben im Ländle, zu dem Freundschaften und Konkurrenz, Kritik und Propaganda, Marktstrategien und politische Impulse gehören.
Der Eintritt ist frei.

Lesungen aus "Eine Schwäbische Literaturgeschichte":


Hermann Bausinger: Eine Schwäbische Literaturgeschichte. 440 Seiten und 20 s/w Abbildungen, gebunden mit Schutzumschlag und Lesebändchen. Klöpfer & Meyer, 2016. ISBN 978-3-86351-424-2. € (D) 28,– / (A) 28,80.
Sie erhalten das Buch im Buchhandel oder hier.
 

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