Samstag, 15. Dezember 2012

Heuneburgmuseum wird geschlossen

Heuneburgmuseum in Hundersingen:
Schließung beschlossen
 
Typisch für unsere Landesregierung: Da wird eine große Keltenausstellung veranstaltet. Das ist sicherlich eine große Sache, damit kann man auch angeben - obwohl, man muss es zugeben, die Idee wurde noch unter der alten Regierung kreiert.
 
Aber trotzdem: An einem der bedeutendsten Standorte der keltischen Kultur des Landes, in Hundersingen, lässt man wegen eines letztendlich läppischen Betrages eines der wichtigsten Keltenmuseum vor die Hunde gehen.
 
Man frage Historiker, Landeskundler, Archäologen: Die Heuneburg ist eines der wichtigsten Zeugnisse keltischer Kultur des Landes. Zudem ist das Museum mit den Häusern und den sonstigen Einrichtungen ein bleibendes Erlebnis für den Besucher, für Jung und Alt.
 
Das Heuneburgmuseum, das die Gemeinde etwa 150.000 Euro im Jahr kostet, ist es der Landesregierung nicht wert, gerettet und übernommen zu werden.
 
Mit recht sagt die kleine Gemeinde Hundersingen jedoch, dass sie den Abmangel jedes Jahr nicht mehr tragen kann. Schließlich hat sie andere kommunale Aufgaben zu schultern als die Geschichte des ganzen Landes zu dokumentieren. Die keltische Geschichte ist letztendlich nicht die Geschichte der Gemeinde Hundersingen, sondern die Geschichte des ganzen Landes.
 
Warum kann man das Heuneburgmuseum, nun wirklich eines der wichtigsten des Landes, nicht unter die Fittiche des Landesmuseums oder der Staatlichen Gärten- und Schlösserverwaltung nehmen? Warum muss eine so profilierte Einrichtung geschlossen werden?
 
Unter einem großen, dem Land unterstellten Dach, wäre die Vermarktung sicherlich auch besser, so dass mehr Besucher kämen, so dass der Abmangel geringer wäre, so  dass das Risiko und die Kosten des Landes geringer wenn nicht gar gleich null wären?
 
Nun, man kann es sich denken: Die Damen und Herren Politker = Feigtiker (= FEIGe PoliTIKER!) können sich damit nicht profilieren. Also lässt man es sein. Schade, aber bezeichnend für die Feigheit der Politiker, unserer Feigtiker. Das passt ins Bild: Wer sich nicht wehren kann, wird untergebuttert. Seien es nun Beamte, die sich bekanntlich dank Streikverbot nicht wehren können, sei es ein kleines Museum, egal wie wichtig es sein mag.
 
Dieter Buck

Dienstag, 11. Dezember 2012

Buchbesprechung: Geschichte Baden-Württembergs

Geschichte Baden-Württembergs


Baden-Württemberg:
Menschen - Kultur - Geschichte

Andreas Willmy, Franz Stummer: Baden-Württemberg. 1. Von den Anfängen bis zu den Kelten

Dorothee Ade, Andreas Thiel, Franz Stummer, Francois Abel:
Baden-Württemberg. 2. Von den Römern bis zu den Alamannen

Wolfgang Urban, VAS, Jean-Maria Woehrl: Baden-Württemberg. 3. Mittelalter I







Was mag das wohl sein, wenn ein gestandener Mann einen Comicband sieht, in die Hand nimmt und in einem Zug durchliest? Das Kinder- und Jugendalter ist ja schon lang vorbei, warum also?

Der Sadifa Media Verlag hat die ersten 3 Bände einer Reihe über die Geschichte Baden-Württembergs vorgelegt. Insgesamt sind 8 Bände geplant, von denen der letzte Ende 2014 erscheinen soll.

Alle sind gezeichnet, ich würde mal sagen, in Asterix-Manier. Dies ist als Lob gedacht, schließlich hat man als Jugendlicher die ja auch geschichtsaffinen Asterix-Bände verschlungen und geliebt. So wird es auch den Jugendlichen gehen, die diese Bücher in die Hand bekommen. Es fehlt zwar die im Asterix-Buch erzählte Geschichte, aber die reale Geschichte ist ja spannend genug. Urzeitmenschen, Neandertaler, Ritter und Burgfräulein, Burgen und Ruinen haben Kinder ja schon von jeher interessiert, nicht wenige Kinder- und Jugendbücher sind seit alters her dadurch aufgebaut. Und hatten Erfolg!

Also, Kinder, weg von Science fiction, hin zur eigenen Geschichte. Heimatkunde mit Spaß - davon haben Generationen von Lehrern geträumt. Hier kann es nun Wirklichkeit werden. Da man die Schauplätze, die ja alle im Land liegen, auch besuchen kann, gewinnen Sonntagsausflüge sicher künftig eine ganz andere Qualität.

Detailgetreu werden Gegenstände des seinerzeitigen Alltags abgebildet und beschrieben, Wörtliche Rede in den Texten macht sie lebendig, persönlicher. Am Ende der Bände geben Kapitel weitere Informationen: Unter Schauplätze der Geschichte findet man eine Karte mit den wichtigsten zeitgenössischen Orten, unter „Schritt für Schritt durch die Zeiten“ eine Chronologie und am Ende im Kapitel „Darf es etwas mehr sein?“ Hinweise auf Museen und weitere Informationen.

Der Verlag hat Baden-Württemberg als erstes deutsches Bundesland ausgewählt, um hier diese Geschichtsreihe zu starten. Ein Team von profilierten Historikern Archäologen und Kulturwissenschaftlern (Wolfgang Urban, Leiter des Diözesanmuseums Rottenburg, Dr. Dorothee Ade, Lehrbeauftragte, Andreas Willmy M.A., Archäologe und Mitarbeiter von Museen, Dr. Andreas Thiel, Oberkonservator beim Landesamt für Denkmalpflege) garantieren eine wissenschaftlich saubere und genaue Arbeit. Andere Bundesländer werden sicherlich folgen. Band 1 „Von den Anfängen bis zu den Kelten“ handelt von der Zeit etwa 600 000 bis 15 v. Chr., Band 2 „Von den Römern bis zu den Alamannen“ bespricht die Periode etwa 15 v. Chr. Bis 600 n. Chr. und Band 3 „Mittelalter I“ führt in die Zeit von 600 bis 1000.

Die neue Reihe hat, wie der Verlag schreibt, Furore gemacht. Viele Zeitungen brachten große, bebilderte Berichte. Das Staatsministerium schrieb einen begeisterten Brief, und auch Landtagspräsident Guido Wolf war überaus angetan von den ersten 3 Bänden.

Dieter Buck

Baden-Württemberg: Menschen - Kultur - Geschichte

Andreas Willmy, Franz Stummer: Baden-Württemberg. 1. Von den Anfängen bis zu den Kelten. ISBN 978-3-88786-460-6.

Dorothee Ade, Andreas Thiel, Franz Stummer, Francois Abel: Baden-Württemberg. 2. Von den Römern bis zu den Alamannen. ISBN 978-3-88786-473-6.

Wolfgang Urban, VAS, Jean-Maria Woehrl: Baden-Württemberg. 3. Mittelalter I. ISBN 978-3-88786-474-3.

Alle Bücher Format ca. 22,5 x 31,5 cm, kartoniert. Sadifa Verlags GmbH, Kehl, je 14,80 Euro.