Freitag, 30. März 2012

Buchvorstellung: Natur im Allgäu

Michael Schneider:

Naturgeschichte Allgäu




Wer das Allgäu nur mit den bayerischen Alpen verbindet, macht einen Fehler. Ein schöner Teil des Allgäus liegt auch in Baden-Württemberg. Jetzt gibt es ein Buch, das sich mit der Natur, Geologie, Flora und Fauna des Allgäus beschäftigt.

Was haben Papua-Neuguinea, Mosambik und das Allgäu gemeinsam? Nun, der Autor des vorliegenden naturkundlichen Buches über das Allgäu lebte zehn Jahre in der Südsee und in Afrika, wo er Insektenkunde, Naturschutz und Biologie lehrte. Aus seinem hiesigen Leben, jetzt natürlich im Allgäu, in dem der Biologe seit 2005 unter anderem Naturerlebnisprogramme, naturkundliche Vorträge und Exkursionen anbietet, entstand das Buch Naturgeschichte Allgäu.

Der überaus informative und sehr gut gemachte Band fand so viele Liebhaber, dass nun innerhalb kurzer Zeit bereits die zweite Auflage gedruckt werden musste.

Der informative Band beginnt mit interessanten Erklärungen zur Geologie und dem Klima im Allgäu. Sehr gut, vor allem für Laien, sind die fotografischen Beispiele, an denen man die verschiedenen Landschaften und geologischen Besonderheiten erkennen kann.

Danach werden weit verbreitete sowie gebietsfremde, geschützte, giftige und sogar bereits ausgestorbene Tier-, Pflanzen- und Pilzarten vorgestellt. Alle mit Fotos, so dass es keinen Zweifel gibt, was welche Pflanze jetzt ist.

Interessant ist auch das Kapitel, in dem der Autor über die Bedeutung der Artenvielfalt, die Folgen der Zerstörung von Lebensräumen für Fauna und Flora berichtet. Infoboxen erklären Besonderheiten wie „Fleisch fressende Pflanzen“, „Färbung von Laub“ oder „Borkenkäfer“, andere Kapitel berichten über „Schwangerschaftsabbruch zu Großmutters Zeiten“, „Düsenantrieb bei Libellenlarven“ oder „Keuschheitsgürtel bei Ritterfaltern“ – dies nur wenige Beispiele von interessanten Kapiteln.

Etwas trockener, aber ebenfalls interessant und in einer solchen Zusammenstellung wohl nicht mehr zu finden, sind die Kapitel über Biodiversität und die rechtlichen Aspekte des Naturschutzes – national und international.

Insgesamt ist das Buch mit seinen über 600 Seiten ein Nachschlagewerk, wie man es nicht mehr so leicht in solcher Qualität findet. Da der Preis für seinen Inhalt mehr als angemessen ist, sollte es nicht nur jeder Allgäu-Liebhaber auf dem Nachtkästchen liegen haben, sondern jeder, der sich für Natur und insbesondere Natur in den Alpen interessiert. Schön auch für den Autor dieser Zeilen: Man freut sich natürlich besonders, fühlt sich gar geadelt, wenn ein eigenes, allerdings bescheideneres Buch hier im Literaturverzeichnis auftaucht!

Michael F. Schneider: Naturgeschichte Allgäu. Geologie, Biogeografie, Flora, Fauna, Naturschutz. 606 S. zahlreiche Fotos und Grafiken. BV Bauer-Verlag Thalhofen, 2. Auflage 2011. ISBN 978-3-941013-80-3. 26 €.

Herrenberg: Glocken in der Stiftskirche

Das Carillon der Stiftskirche Herrenberg


Bereits im Jahr 1999 haben der Verein zur Erhaltung der Stiftskirche und die Kirchenge­meinde Herrenberg die Einrichtung eines Glockenspiels geplant. Aus Gründen, die zur star­ken finanzielle Inanspruchnahme an anderer Stelle führten, kam das Vorhaben damals jedoch nicht zur Ausführung.


2007 nach dem Abschluss der Arbeiten unter und in der Glockenstube entschloss sich der Verein erneut, das Projekt in Angriff zu nehmen, zumal die Stadt Herrenberg ihr bereits frü­her gegebenes Versprechen, das Projekt auch finanziell zu unterstützen, erneuert hatte. Ur­sprünglich war vorgesehen, die vorhandenen Läuteglocken für das Glockenspiel zu nutzen, doch nahm man davon schnell Abstand, weil insbesondere die historischen Glocken der erforderlichen Klangreinheit entgegenstanden und auch mit technischen Schwierigkeiten zu rechnen war. Also entschloss man sich, etwas wirklich Neues zu planen, nämlich ein Carillon. Dieses wird über den Zimbelglocken direkt unter der Turmzwiebel seinen Platz finden, wobei alle Glocken fest installiert sind und somit – anders als Läuteglocken - keinerlei zusätzliche, den Turm belastende Horizontalkräfte ausüben.






Was ist ein Carillon?


Im Gegensatz zum Glockenspiel muss ein Carillon über mindestens 23 Glocken in chromati­scher Tonfolge (also in Halbtonschritten) verfügen und wenigsten zwei Oktaven Stimmum­fang besitzen. Damit lassen sich dann auch – anders als beim Glockenspiel – mehrstimmige Musikstücke in unterschiedlichen Tonarten spielen. Jedoch sind die Carillonglocken dafür sehr viel „klangreiner“ als Kirchenglocken zu stimmen, um störende Schwebungen zwischen den Glocken zu vermeiden.


Da von Fachleuten, insbesondere Carillonneuren, darauf hingewiesen wurde, dass nur ein vieroktaviges Carillon das Spielen jeglicher Carillonliteratur ermögliche, hat sich der Verein zum Guss eines 50-stimmigen Instruments zwischen den Glockentönen b1 (85 cm Durchmesser mit 375 kg Gewicht) und c6 (15 cm Durchmesser mit 7 kg Gewicht) entschlossen.


Das Carillon wird auf die Gloriosa b°, die größte Läuteglocke, im Oktavabstand abgestimmt sein und sich auch sonst mit der Stimmlage des Geläuts vertragen. Hässliche Klangreibungen sind ebenso wenig zu befürchten wie eine zu starke Klangabstrahlung. Nach Norden und Süden wird man wegen fehlender Fenster kaum etwas hören, nach Osten und Westen Richtung Marktplatz und Altstadt hingegen nur gedämpfte Klänge.


Tägliche Glockenspiele


Vorgesehen sind täglich um 10 und 16 Uhr für jeweils ca. 5 Minuten Dauer einige, der jeweiligen Jahreszeit angepasste kirchliche und weltliche Stücke, die automatisch abgespielt werden. Vor den täglichen Gebetszeiten wird außerdem eine kurze Melodie auf den Sinnge­halt des nachfolgenden Läutens hinweisen. So macht beispielsweise der Choral „Christ ist erstanden“ vor dem Morgenläuten deutlich, dass dieses Läutezeichen an die Auferstehung Christi am Ostermorgen erinnern will. Diese Art des „Vorspiels“ wird einmalig in Deutschland sein.


Künftig Carillonkonzerte


Alternierend zu den Glockenkonzerten gibt es in Zukunft natürlich auch Carillonkonzerte. Dabei spielt ein Carillonneur auf einem Stokkenklavier Literatur für Carillonmusik oder improvisiert über bestimmte musikalische Themen. Anders als die Spielautomatik erlaubt das Spielen auf dem Stokkenklavier über eine ausgefeilte Hebel- und Umlenkapparatur auch dynamische und agogische Spielnuancen. Aber auch das einen außergewöhnlichen Hörgenuss bereitende Zusammenspiel mit z. B. Blechbläserensembles ist denkbar.




Finanziell ermöglicht wurde das Projekt durch zahlreiche Glockenpaten und Sponsoren, die Stadt Herrenberg, die Anton Ehrmann Stiftung sowie maßgebend die Kostenbeteiligung und Eigenleistung der Bauhütte Stiftskirche Herrenberg.


Am Samstag, 24. März 2012, werden die 50 Carillonglocken gegen 14:00 Uhr vor der Stiftskirche von Oberbürgermeister Thomas Sprißler und Dekan Eberhard Feucht in Empfang genommen und im Turmvorraum aufgestellt.


Text: Klaus Hammer


Info:
Guss der Glocken und Lieferung der Trakturteile: Glockengießerei Eijsbouts, Niederlande. Die Bauhütte der Stiftskirche ist dabei intensiv mit eingebunden.
Einbau im Turm: ab 16. April 2012.
Einweihung: 24. Juni 2012.
Glockenspiele: täglich 10 und 16 Uhr.
Internet: www.glockenmuseum-stiftskirche-herrenberg.de

Montag, 26. März 2012

Von Fornsbach durch den Schwäbischen Wald

Im Schwäbisch-fränkischen Wald
Von Fornsbach durch den
Murrhardter Wald

Diese Wanderung führt von der Bahnstation in Fornsbach erst durch den Ort, dann an der Bahnlinie entlang und danach hinauf in den östlichen Murrhardter Wald. Oben wandern wir erst zur Ansiedlung Jaghaus, wo man einkehren kann, danach geht es hinab ins Rottal.

Von dort steigen wir auf einem Kreuzweg steil hinauf zu einer Kapelle, danach noch etwas weiter. Schließlich wandern wir wieder hinab und nach Fichtenberg, wo wir wieder in den Zug einsteigen.


Weg nach Fornsbach

 



Rastplatz nach dem Aufstieg mit Blick auf Fornsbach
und den Murrhardter Wald

 



Blick über Wiesenbach ...

 
... ins Rottal

 
Durch den Kreuzweg geht es hinauf
zur Stielbergkapelle.

 


Blick ins Rottal von der Kapelle

 





Zurück mit der Bahn

Von Schwäbisch Hall nach Wackershofen

Von Schwäbisch Hall zum Freilandmuseum Wackershofen

Wir wandern vom Bahnhof Schwäbisch Hall aus erst hinab ins Zentrum. Von dort aus geht es entlang des Kochers, der nach der Stadt durch eine schöne Landschaft mäandert.

Dann geht es durch eine wilde Klinge mit zahlreichen Wasserfällen hinauf auf die Höhe. Dort wandern wir noch eine Zeit lang durch die Felder, bis wir schließlich in Wackershofen ankommen.

Das Dorf allein ist schon fast ein Museum für sich, wir suchen aber das Freilichtmuseum auf.

Zurück fahren wir eine Station mit der Bahn. 

Vom Bahnhof aus geht es über einen Steg, dann in einem
modernen Turm hinab in die Stadt. Von oben hat man schon
einen schönen Blick auf sie.


Blick über den Kocher auf die Stadt.


Nach der Stadt kommt man am Energiewerk vorbei,
das in einer alten Industrieanlage liegt.

In der ehemaligen Spinnerei befindet sich das
Feuerwehrmuseum. Auch dies ist eine alte
Industrieanlage aus der Zeit des Historismus.








Im zeitigen Frühjahr blühen die Blausterne (Scilla).

Durch ein wildes Tal mit Wasserfällen geht
es hinauf auf die Höhe.







Auf der Hochfläche

 
Im Ort Wackershofen sehen wir prächtige Fachwerkhäuser ...




... teilweise mit origineller Beschriftung.