Mittwoch, 27. Juli 2011

Buchvorstellung: Schwäbische Alb

Peter und Ute Freier:
Bruckmanns Wanderführer Schwäbische Alb











Die Schwäbische Alb, wohl des Württembergers liebstes Ausflugsziel, ist immer für ein Buch gut. Klar, fragt man zum Beispiel einen Stuttgarter, wohin er am Wochenende ginge, lautet die Antwort meist: „Auf die Alb“!

Und so gibt es auch jede Menge Wanderliteratur über dieses Mittelgebirge. Das Autorenpaar Ute und Peter Freier haben nun in ihrem neuen Führer vierzig Touren vorgelegt. Schwerpunkt der Touren ist die Mittlere Alb, auch die Westalb ist mit zahlreichen Wanderungen vertreten. Etwas vernachlässigt wurde jedoch die Ostalb.

Ziel war, die vierzig schönsten, familientauglichen Halbtages- und Tagestouren durch die vielfältige Landschaft zwischen Ellwangen und Tuttlingen, zwischen Tübingen und Ulm zu beschreiben. Ob es nun die schönsten sind bleibt jedem Leser selbst überlassen. Aber da man natürlich die schönsten und damit bekanntesten Ausflugsziele ansteuerte, bewegt man sich auf den Wanderungen oft auf dem Albfreund bereits bekannten und beliebten Pfade. Ist ja schließlich auch nichts Schlechtes, zum Hohenneuffen, zum Hohenzollern oder auf den Ipf kann man immer gehen.

Die Touren bieten alles, was die Alb so anziehend macht: Sie führen auf schmalen Pfaden am zerklüfteten Albrand entlang, durch Täler mit felsigen Talkanten, über Wacholderheiden und blühende Obstbaumwiesen, durch hellgrüne Buchenwälder, vorbei an spektakulären Burgruinen, Höhlen und Grotten aus der Eiszeit: Jede Tour enthält Tipps für Genießer sowie Infos zu den schönsten Sehenswürdigkeiten. Und wenn man bei der nächsten Auflage die paar falschen Bildbeschreibungen noch tilgt, dann hat der Leser einen gelungenen Ausflugsführer zur Hand.

Peter und Ute Freier: Bruckmanns Wanderführer Schwäbische Alb. 168 Seiten, ca. 140 Abb., Format 11,4 x 17,5 cm, Klappenbroschur mit Fadenheftung. Mit GPS-Daten zum Download. Bruckmann Verlag, München, 2011. ISBN: 978-3-7654-4915-4. 12,95 €.

Mittwoch, 20. Juli 2011

Norbert Forsch: Rund um Heidelberg









Heidelberg zählt sicherlich zu den bekanntesten und beliebtesten Städten Deutschlands. Sicherlich zu Recht. Wer aber Zeit hat – oder gar in der Gegend wohnt – sollte es sich nicht nehmen lassen, die herrliche Umgebung mit dem Neckartal, den Ausläufern des Odenwaldes und der Gegend südlich des Neckars zu erkunden. „Landschaft für Romantiker“ ist das Buch überschrieben, sicherlich keine schlechte Einführung. Eine Einführung erklärt Gegend, Stadt, Sehenswertes und Ausflugsziele, Interessantes und Wissenswertes wird in Kästen beschrieben. Die Touren bieten für jeden etwas: Sie haben Höhenunterschiede zwischen 3 und 648 Meter und dauern zwischen einer und über fünf Stunden. Schöne Fotos zeigen, was den Wanderer erwartet.

Norbert Forsch: Rund um Heidelberg.  20 Touren, 96 Seiten. Format: 10 x 19 cm. Zahlreiche Fotos, Höhenprofile und Tourenkärtchen zu jeder Tour. Kompass Verlag, Rum, 2011. ISBN 978-3-85026-369-6. 9,95 €.

Dieter Buck

Montag, 11. Juli 2011

Wanderung: Durch den Schönbuch zum Schloss Hohenentringen

Aussichtswanderung am Schönbuchrand
Schloss Hohenentringen – Schönbuchspitz/Pfaffenberg – Saurucken


Blick von Hohenentringen auf Entringen























Zu den schönsten Aussichtspunkten des Naturparks Schönbuch gehört dessen südlicher Steilrand. Hier findet man sowohl am Schloss Hohenentringen wie auch am Schönbuchspitz und am Pfaffenberg herrliche Freiflächen, von wo aus man hinab ins Ammertal, zur Schwäbischen Alb und zur Wurmlinger Kapelle sieht. Eine schöne Wanderung verbindet diese Punkte und führt hinab ins Arenbachtal, wo man an einem idyllischen Weiher und am Wildgehege Saurucken vorbei kommt.


Weiher ...
























... und Wildgehege am Saurucken.























Der Pfaffenberg (521 m) und der Schönbuchspitz (545 m) sind spitz hervorspringende Bergecken mit einer Kappe aus Schilfsandstein. Sie bieten eine schöne Aussicht zur Uracher Alb, zum Roßberg und Hohenzollern und der Südwestalb sowie ins Gäu und in den Schwarzwald. Unterhalb gibt es noch Weinbau. Der Name Pfaffenberg kommt wohl von einem kleinen Kloster, das hier vielleicht gestanden hat.

Blick vom Pfaffenberg auf Entringen


Blick vom Pfaffenberg über die Wurmlinger Kapelle zur Schwäbischen Alb



























Das Schloss Hohenentringen (510 m) wurde 1293/95 erstmals urkundlich erwähnt, stammt aber ursprünglich wohl aus dem 11. Jahrhundert. Es hat durch steile Hänge auf drei Seiten einen natürlichen Schutz, nur auf der Ostseite gab es einen Graben mit Zugbrücke. Erbaut wurde eine erste Burg wahrscheinlich von den Pfalzgrafen von Tübingen als Grenzschutz. Der mächtige und einfache Bau, das Hauptgebäude ein dreigeschossiger Steinbau mit großem Walmdach und halbrundem Treppentürmchen, stammt von 1720. Die beiden Wirtschaftsgebäude an der Hofeinfahrt wurden 1724 und 1727 erbaut. Als erster Besitzer wird um das Jahr 1075 Adelbert von Antringen genannt. Später gehörte die Burg u. a. den Herren von Entringen, den Grafen von Zollern, den Markgrafen von Baden, den Pfalzgrafen von Tübingen, den Grafen und Herzögen von Württemberg sowie ab 1877 den Freiherren von Ow. Im 15. Jahrhundert war Hohenentringen eine Ganerbenburg, d. h., eine von mehreren Familien in Erbengemeinschaft bewohnte Burg mit den Mitbesitzern Herter von Dußlingen, von Stadion, von Gültlingen, von Ehingen und von Wehingen. In der Gastwirtschaft befinden sich die Wappen von zwanzig Besitzerfamilien. Der württembergische Rat Georg von Ehingen, Verfasser einer Reisebeschreibung sowie Karl Zeller, Lehrer von Kaiser Wilhelm I., wurden auf der Burg geboren. Es wird erzählt, dass im Jahr 1417 fünf Ritter mit ihren Familien (drei von Hailfingen und je eine von Gültlingen und Ehingen) „freundlich und friedlich beieinander“ in der Burg lebten. Sie hatten zusammen hundert Kinder, was auch auf einem Bild im Rittersaal abgebildet ist. „Wenn diese Familien zusammen in die, eine Viertelstunde entfernte Dorfkirche zogen, so bildeten sie eine Reihe, deren Anführer die Kirche betrat, wenn der letzte noch bei der Burg war.“ Dies ist auch auf einem Bild festgehalten.

Schloss Hohenentringen blickt auf eine reiche Geschichte zurück.
























Ein genauer Tourenverlauf wird veröffentlicht werden in Dieter Buck: Wandern und Spazierengehen im Schönbuch, Silberburg-Verlag, Tübingen und Lahr/Schwarzwald. Erscheinungsdatum Frühjahr 2012, passend zum vierzigjährigen Jubiläum des Naturparks.
 
Dieter Buck

Buchvorstellung: Land. Natur und Umwelt von Baden-Württemberg

Manfred Grohe (Fotos), Brigitte Johanna Henkel-Waidhofer (Text):
Land. Natur und Umwelt von Baden-Württemberg.

Ein großartiger Bildband denkt man zuerst, wenn man den Prachtband in Händen hält und freut sich. Zumal der Name des Fotografen Manfred Grohe für Qualität spricht. Es sind auch großartige Fotos in dem Buch abgebildet, nur kommt beim Betrachter keine so rechte Freude auf: Titel wie „Immer mehr Verkehr“, „Immer neue Wunden“ oder „Der Irrsinn hat Methode“ weisen auf den unwahrscheinlichen Landverbrauch unserer Zeit hin – und man weiß: Wunden die geschlagen werden, wachsen in diesem Fall leider nicht mehr zu! Dazwischen gestreute „normale“, schöne Landschaftsbilder versöhnen dann wieder, aber insgesamt überwiegt nach sorgfältiger Betrachtung des Buches doch die Trauer über eine Entwicklung, die unumkehrbar scheint. Kein Buch, das unbedingt Freude beim Betrachter erweckt, aber ein Buch, das wichtig ist!
Dieter Buck

Manfred Grohe (Fotos), Brigitte Johanna Henkel-Waidhofer (Text): Land. Natur und Umwelt von Baden-Württemberg. G. Braun Buchverlag, Karlsruhe. ISBN 978-3-7650-8600-7

Buchvorstellung: Bodensee

Peter Freier: Bodensee





Die Wanderführerreihe des Bruckmann Verlages wurde inhaltlich und optisch in einem neuen Layout überarbeitet. Geblieben ist, dass in jedem Band 40 Wandertouren einer Region beschreiben werden. Die meisten Touren sind leicht bis mittelschwer. Jede Tour wird auf durchschnittlich vier Seiten beschrieben, Tourencharakter, präzise Wegbeschreibung, aussagekräftige Fotos, aktuelle Detail- und Übersichtskarten, Höhenprofilen, Toureninfokästen, besondere Tipps und ergänzende Piktogrammen erleichtern dem Leser seine Tourenplanung. GPS-Daten stehen zum Downloaden bereit.

Blumengeschmückte Städte und Dörfer, Uferpromenaden, Yachthäfen, Strandbäder und ein dichtes Wanderwegenetz – die Region rund um Deutschlands größten See lässt sich gut zu Fuß erkunden. In 40 abwechslungsreichen Touren haben Peter und Ute Freier die Ufer des Bodensees erwandert. Die meist einfachen, kindgerechten Wanderungen führen durch Weinberge und Naturschutzgebiete, in Schluchten und auf Bergrücken, und überall findet sich etwas Besonderes wie Burgruinen, reizvolle Aussichtspunkte, Erlebnisparks oder Streichelzoos, gemütliche Ausflugslokale oder attraktive Städtchen.

Dieter Buck

Peter und Ute Freier: Bodensee. 168 Seiten, ca. 140 Abbildungen, Format 11,4 x 17,5 cm, Klappenbroschur mit Fadenheftung. Bruckmann-Verlag, München. ISBN 978-3-7654-4896-6. 12,95 € (D), 13,40 € (A), 19,90 sFr

Engen im Hegau

Engen

Engen gehört zu den sehenswerten Hegaustädten, die ein bemerkenswertes Stadtbild aufzuweisen haben. Gleichwohl – 1911 brannte der Stadtkern nieder und was man heute sieht, ist zum großen Teil nach dem Brand wieder aufgebaut worden.

Am Marktplatz von Engen

































Lobenswert ist es, dass vom großen Parkplatz außer- und unterhalb der Altstadt ein Aufzug die Besucher auf die Ebene des Stadtkerns hinauf führt.

Die Stadtkirche wurde zwischen 1200 und 1250 als spätromanische Basilika erbaut, wobei der Kirchturm vielleicht auf einen Wehrturm zurück geht. Sehenswert sind die beiden Stufenportale mit figürlichen Darstellungen und das Tympanon am Mittelportal.

Das Rathaus ging aus zwei spätmittelalterlichen Häusern hervor, von denen der östliche Teil 1486 als Rathaus genannt wurde. Es besitzt einen repräsentativen Ratssaal, eine gotische Balkendecke und einen prächtigen Ofen (16. Jh.). Über dem Haupteingang befinden sich das Stadtwappen und das Wappen der Fürstenberger (1724). Die Martinssäule am Marktplatz stammt von Jürgen Goertz.

Durchblick durch die Arkaden der Geschäftshäuser.
























Südlich in der Hauptstraße finden wir das 1592 als Stadtschreiberei erwähnte Katzenhaus mit seinen spätgotischen Staffelfenstern. Der Name geht auf die einstige Besitzerin zurück – diese vermachte das Haus 1975 testamentarisch ihrer Katze. Das Haus Pappenheimer wurde etwa im 15. Jahrhundert erbaut und urkundlich als Herrenherberge genannt. Später diente es als Gasthaus Zum Schwanen und als Rentamt. Am Giebel sieht man Wappen der Herren von Engen bzw. Hewen. Südlich in der schmalen Spendgasse steht das Stadthaus (1679), früher Stadtschreiberei. Zwei Häuser danach findet man die zur Stadtbefestigung zählende Hochwacht.

Fassadenmalerei in der Altstadt























Das Gasthaus Ochsen wurde 1471 als Stadthaus der Herren von Reischach, der Burgherren auf dem Neuhewen, genannt. In der Nähe steht das Kornhaus/Haberhaus, das einen Staffelgiebel und einen Erker mit Spottmasken (1570) besitzt. Es wurde erst als Zehntscheuer, ab dem 19. Jahrhundert als Scheune der Felsen-Brauerei genutzt. Dahinter steht Krenkinger Schloss, das auf das 13. Jahrhundert zurückgeht.

Blick zum Krenkinger Schloss
















Info:
Tourist-Info, Bürgerbüro, Marktplatz 4, 78234 Engen, Telefon (0 77 30)5 02-2 02, Internet: www.engen.de, E-mail: rathaus@engen.de.
 
Dieter Buck

Radtour: Durch das Hegau

Im Hegau:
Rad fahren zwischen Vulkanbergen

Der Hegau ist das Land der Vulkane. Nördlich des Bodensees gelegen besitzt er eine lebhaft gewellte Oberfläche, die ihre Krönung in den zahlreichen ehemaligen Vulkanen findet – Hohentwiel, Hohenhewen, Hohenstoffeln, Hohenkrähen, und wie sie alle heißen …

Viele davon mit einer Burg oder heute, besser gesagt, einer Ruine gekrönt wie auf dem Hohentwiel, dem Hohenhewen und dem Hohenkrähen. Auch für Radfahrer bietet diese Landschaft einiges, wenngleich eigentlich immer Höhenunterschiede zu bewältigen sind. Dafür erwarten einen danach lange Abfahrten und auf den Höhen meist eine herrliche Sicht über den Hegau. Im Hintergrund blinkt dann der Bodensee zwischen den Bergen hervor, und wenn man Glück hat und die Sichtverhältnisse es zulassen, sieht man bis zu den Eisriesen der Schweizer Alpen.

Alle drei nachfolgend beschriebenen Touren sind so gehalten, dass man anschließend noch Muße hat, sich in Engen etwas umzusehen.

Tour 1
Eine schöne Fahrt führt von Engen über Stetten und Leipferdingen nach Blumenfeld – „Engen, Tengen, Blumenfeld sind die schönsten Städt‘ der Welt“ sagt ein alter Spruch und bei dieser Tour hat man dann schon zwei dieser alten Städte besucht. Über Welschingen fährt man dann wieder zurück. Einen herrlichen Hegaublick hat man von der Kreuzung mit dem Alten Postweg nach Leipferdingen.
Der Höhenunterschied beträgt bei dieser Tour etwa 600 Meter, die Länge rund 30 Kilometer.


Vor Stetten
 














Blick vom Alten Postweg ...
















... auf die Vulkanberge des Hegaus,...














...was auch Wanderer großartig finden.























Tour 2
Eine andere Tour ab Engen führt ebenfalls nach Stetten, dann aber weiter über Mauenheim nach Hattingen. Dabei hat man den Hegaublick von der Höhe nach Stetten. Nach Hattingen fährt man durch ein großes Waldgebiet wieder zurück.
Bei einem Höhenunterschied von rund 400 Metern sind hierbei etwa 25 Kilometer zurückzulegen.
Hegaublick nach Stetten























Tour 3
Nicht ganz so ausgeprägte Höhenunterschiede hat die Tour aufzuweisen, die von Engen aus über Bittelbrunn ins Wasserburger Tal führt. Ihm folgt man dann nach Süden und fährt über Ehingen und Neuhausen zurück zum Ausgangspunkt. Um Ehingen und Neuhausen sieht man hierbei auf die Vulkanlandschaft mit dem Hohenkrähen und dem Mägdeberg, beide von Ruinen gekrönt.
Hierbei beträgt der Höhenunterschied nur 240 Meter, die Länge etwa 20 Kilometer.

Blick von Neuhausen zum Hohenkrähen (links) und Mägdeberg (rechts)

Dieter Buck

Wanderung: Durch den Schurwald

Durch den Schurwald

Eine schöne Schurwaldtour, die Aussicht, ein Denkmal, einen See und vor allem „Wald pur“ bietet beginnt in Winterbach.

Vom Freibad und dem idyllischen Stausee wandert man durch Streuobstwiesen hinauf nach Engelberg und von dort aus nach Manolzweiler.


Obwohl Stausee ist der See beim Winterbacher Freibad recht idyllisch.


Der Weg führt durch Streuobstwiesen, die im Frühjahr herrlich blühen.



Das Remstal ist nicht nur für seinen Wein, sondern auch für seine Kirschbäume berühmt...


... die natürlich zum Naschen verlocken.


Die Wanderlandschaft ist familiengeeignet.


Dramatischer Himmel über Manolzweiler


Kühe auf der Weide - man ist im Bauernland.























Das 1400 erstmals in einem Lagerbuch der Württemberger erwähnte Manolzweiler hieß früher Manetzwiler, was wahrscheinlich von seinem Gründer/Besitzer Manolt kam. Es entstand vermutlich im 9. Jahrhundert durch Siedlungsaktivitäten des Winterbacher Königshofes. Die einstigen vier Güter im Dorf wurden 1562 als „Erbliche Lehen mit Leyung und Losung“ genannt. Bis 1246 gehörte der Ort den Staufern. Der Esslinger Bürger Eberhard Luber, vielleicht ein Lehnsmann der Württemberger, verkaufte 1468 den Ort an das Kloster Engelberg. Als das Kloster nach dem Bauernkrieg aufgehoben wurde, wurde Manolzweiler dem Oberamt Schorndorf zugeteilt. Der 1268 erstmals erwähnte heutige Gasthof Hirsch war früher eine Post- und Fuhrmannstation für Gespanne. Die Pferde konnten damals unterhalb der Gaststube in das Haus hineinfahren und auf der anderen Seite wieder hinaus. Im Parterre des Hauses sieht man heute noch die Anbindevorrichtungen der Pferde.

Danach kommen wir an zwei interessanten Denkmälern vorbei.
Das kleinere Hartigdenkmal ist Georg Ludwig Hartig gewidmet, der als „Pionier der Forstwirtschaft und Forstwissenschaft“ und als „entschiedener Verfechter des Prinzips der Nachhaltigkeit“ gilt. Er war bereits mit 25 Jahren Forstmeister und Gründer einer Fortschule, mit 42 Jahren in Stuttgart Oberforstrat und mit 47 Jahren Chef der preußischen Staatsforstverwaltung. Der Gedenkstein wurde 1842 von Oberforstmeister von Kahlden und Revierförster Zaiser und umgeben von einem Arboretum errichtet.
Hartigdenkmal

































1842 wurde auch das größere Goldbodendenkmal von Revierförster Zaiser zu Ehren des Königs und in Erinnerung des 25-jährigen Regierungsjubiläums errichtet. Es mit dem Relief des staufischen Löwens, des württembergischen Hirschs, einer Tafel mit Krone und Lorbeerkranz und einer Tafel mit den Worten: „König Wilhelm I. zur Erinnerung an den 30. Octb. 1841 gewidmet von dem Forstbeamten zu Schorndorf und dem Engelberger Revier Personal mit 1602 Insassen den 24. Iuni 1842.“ geschmückt.
Das Goldbodendenkmal wurde in Form eines Obelisten erbaut ...




... und mit dem staufischen Löwen ...


... und dem Hirsch der Württemberger geschmückt.























Nun wandern wir wieder durch die herrlichen Waldgebiete. Es geht auf einem steilen Steig wieder hinab ins Remstal. Hier können wir entweder im Sommer den Tag im Freibad ausklingen lassen oder wir machen einen kleinen Bummel durch Winterbach, dessen alte Gebäude durch Tafeln erklärt sind.
Die Pflanzung der Mammutbäume geht auf den König zurück.




Vogelbeeren - Vögel dient sie als Winternahrung, Menschen machen Schnaps aus ihr.





Am Schluss kommt man an einem idyllisch mäandernden Bach vorbei.
 
Dieter Buck


Radtour im Murrtal

Durch das Murrtal radeln

Das Murrtal ist ein liebliches Tal im württembergischen Unterland, wie man sich ein Flusstal in seinen Träumen vorstellt: Das Flüsschen mäandert zwischen dichten Wäldern durch eine Wiesen- und Auenlandschaft und ab und zu kommt ein Ort mit alten, oft sehenswerten Häusern. Neben ihm verlaufen Rad- und Wanderwege, die ohne Anstrengung, weil eben, zu bewältigen sind. Auch mit Kinderwagen kann man hier spazieren gehen.

Die Radtour führt durch Baumwiesen und Felder.



Hier gibt es große Obstbaumplantagen.























Der Fluss selbst entspringt im Schwäbischen Wald in der Nähe von Dörfern mit so putzigen Namen wie Vorderwestermurr und Hinterwestermurr.

Felder mit einer weiten Sicht über die Landschaft





















Schön ist eine Radtour durch einen Teil des Tales, weil man dabei auch eine größere Strecke bewältigen kann.

Felder und Baumwiesen
Man startet hierbei an der S-Bahn-Station Schwaikheim und fährt über Weiler zum Stein und den Kirschhardthof hinab nach Burgstall. Unterwegs kommt man durch eine reich gegliederte Landschaft mit Feldern und Baumwiesen. Im Frühjahr erlebt man hier eine herrliche Blüte.


Blick auf Burgstall, das am Hang über dem Murrtal liegt.


Radler im Murrtal























Idyllisches Tal und eine erste Fachwerkstadt
Ab Burgstall radelt man im Murrtal. Unterwegs kann man einen Abstecher nach Steinheim an der Murr machen. Dort finden wir einen schönen Brunnen und ein arkadengeschmücktes Rathaus. Hier bietet sich auch eine Einkehr an.


Fachwerkzentrum in Steinheim


Marktbrunnen





Blick zur Murr






















Danach geht es weiter entlang des Flüsschens bis in Neckartal. Schließlich erreichen wir die Schillerstadt Marbach am Neckar, die nicht nur zwei bedeutende Literaturmuseen ihr eigen nennt, sondern auch ein wahres Fachwerkparadies ist.

Fachwerkparadies und Schiller- und Literaturstadt Marbach am Neckar
Man sollte auf dem Weg zur S-Bahn-Station am Cottaplatz – wo es nach links zur sehenswerten Alexanderkirche geht – rechts abzweigen und in das alte Zentrum hinauffahren. Unterwegs kommt man an Schillers Geburtshaus vorbei, in dem sich ein kleines Museum befindet. Auf der Höhe reiht sich ein sehenswertes Haus an das andere, auch die alten türme sind sehenswert. Auf der rückfahrt zum Cottaplatz locken die Obere, die Mittlere und die Untere Holdergasse mit ihren kleinen Häuschen ehemaliger Ackerbürger.

Auf dem Weg ins Zentrum radelt man an Schillers Geburtshaus vorbei.

In der Holdergasse sieht man viele kleine Ackerbürgerhäuser.









Hauszeichen über den Eingängen
















Die ganze Tour ist rund 25 Kilometer lang und in drei Stunden gemütlich zu bewältigen. Die Höhenunterschiede sind gering – etwas bergauf und bergab am Anfang und am Schluss vom Neckartal hinauf zur S-Bahn-Station in Marbach.
Dieter Buck

Weitere Radtouren finden Sie in dem Buch: Dieter Buck: Radeln in der Region Stuttgart. Silberburg-Verlag. Tübingen. 2011